Im November verbringen wir ein Wochenende in Nürnberg. Der Weihnachtsmarkt ist bereits aufgebaut aber die Eröffnung ist erst am nächsten Wochenende. Wir sind froh, so können wir uns den anderen spannenden und schönen Geschichten widmen, die diese Stadt zu bieten hat.
Am späteren Nachmittag besuchen wir den Tiergarten. Das Fotografieren ist nicht mehr so einfach. Es regnet oft, hat Hochnebel und ist kalt und bald dunkel. Der Tiergarten ist sehr schön – im Wald gelegen. Er ist wirklich eine Reise wert.
Gleich nach dem Eingang gehts nach ‚Australien‘ zu den Känguruhs
Danach steigen wir den Wald hoch zu den grossen Vögeln
Die ehemalige Bärenhaltung war für heutige Vorschriften zu klein und wurde im Juli 2016 zu einer neuen begehbaren Großvoliere für Bartgeier umgebaut. In der Anlage leben die Bartgeier in Gesellschaft mit weiteren Tierarten wie Alpenkrähen, Alpensteinhühnern, Tannenhäher und Steppenmurmeltieren. Es ist etwas unheimlich aber sehr schön, in das Gehege zu gehen, wo kein Zaun und kein Glas den Geier und uns trennt. Gut, dass nur Aas ihm schmeckt.
Danach bleiben wir an diesem riesigen Vogel hängen. Esmeralda die 39-jährige weibliche Harpyie. Der Name kommt von antiken Rachegöttinnen mit Flügeln und Vogelköpfen.
Starke Fänge, lange Krallen und ein kräftiger Schnabel machen die Harpyie zum stärksten Greifvogeln der Erde. Trotz ihrer enormen Größe ist sie äusserst wendiger Flieger. Während der Jagd kann sie direkt zwischen den Baumwipfeln umherfliegen. Dabei erbeutet sie meist im Baum lebende Säugetiere. Es wurde uns erzählt, dass sie auch schon mal kleine Säugetiere, wie Füchse oder Katzen, die der Voliere entlang schlichen mit den Krallen durch das Gitter erlegt und irgendwie in den Käfig reingezogen hat.
Die Harpyie gilt als stark gefährdete Tierart, da ihr Lebensraum, der tropische Regenwald immer weiter zerstört wird. Sie wird in ihrer Heimat, in Latein- und Mittelamerika auch gejagt, da ihr nachgesagt wird, sie jage Haustiere und kleine Kinder.
Esmeralda wurde dem Tiergarten Nürnberg, zusammen mit einem Männchen das 2013 gestorben ist, von einer Privatperson überlassen. Sie hatten in den gemeinsamen Jahren 11 Jungtiere grossgezogen.


