In Inari: Es ist 0°C. In der Nacht hat es leicht geschneit. Der Wald ist märchenhaft schön. Die Bäume sind wie mit Puderzucker bestreut und die Stille ist noch intensiver.
Es ist noch etwas bewölkt, am Horizont reisst der Himmel aber auf. Es wird wieder schön. Wir haben nochmals eine Schlittenfahrt gebucht, weil die Erste so schön war.
Als Ross und Reiterin uns abholen, staunen nicht schlecht. Tatsächlich zieht uns wieder dasselbe Pferd, die “Norge”. Wir freuen uns. Unsere diesmalige Tour führt uns zur Wildernesskirche Pielpajärvi im Wald am Inarisee. Wir haben wieder bei http://www.ridenorth.fi/ gebucht. Diesmal holt uns die quirlige herzliche Samin Satu ab. Wir sind zu fünft auf dem Schlitten. Der Schnee ist schon etwas weich und schwer. “Norge” zieht in der Regel zwei Schlitten mit bis zu acht Leuten – wenn der Schnee trocken ist.
Unterwegs auf dem zugefrorenen Inarisee. Es gibt für die Schneemobile Karten und ein ganzes Streckennetz.
Die ‘Berufsschule’ von Inari. Satu erzählt, dass diese Schule jedes Jahr ein einziges Fachgebiet ausbildet. So werden in einem Jahr zum Beispiel nur Bäcker ausgebildet und im nächsten zum Beispiel nur Köche.
Wir können die Schlittenfahrt durch den ruhigen Wald richtig geniessen…
…und sind leider schnell bei der Wildernesskirche Pielpajärvi auf der Wiesenlichtung, die man ansonsten in cirka dreieinhalb Stunden zu Fuss durch den Wald erreichen kann. Der 1760 errichtete Kreuzbau war früher von einem Kirchdorf umgeben…
…und ist im Innern völlig schmucklos. Heute wird nur noch am Johannistag (Sommersonnenwende) eine Messe gehalten.
“Norge” ist völlig verschwitzt und stärkt sich mit dem Heu, das wir (unbemerkt) in der Kiste mitgeführt haben. Satu versucht sich mit einem Feuer, das nicht recht gelingen will und serviert halbwarme “Frankfurterwürste” und Tee. Es ist kalt und es bläst ein heftiger Wind.
Mit auf der Tour sind noch zwei Studentinnen. Eine Studentin aus Holland und eine Studentin aus Deutschland, die bei den Sami ein Praktikum macht und als Helferin mitkommt.
Die Schlittenfahrt ist wieder traumhaft und “Norge” kennt den Weg und versucht auf dem Rückweg zwischendurch sogar zu galoppieren, so freut sie sich, dass es heimgeht. Ausflüge mit diesen Guides machen richtig Freude, da sie auch zu den Tieren sehr liebevoll sind.
Nach Kaffee und Aufwärmen fahren wir noch bei Sonnenschein auf der 995 zum Lemmenjoki-Nationalpark, der aber ebenfalls im Winter geschlossen und nicht begehbar ist. Ich bin enttäuscht.
Entschädigt werden wir durch das feine Nachtessen im sympatischen Kultahovi Hotel. Es gibt feinen Fisch aus dem Inarisee und als Einstieg getrocknete Flechte mit Meerrettichsauce (Rentieressen).
Die Nordlichter bleiben aus. Es wird nicht mehr richtig dunkel. Die Sonne geht noch unter, aber die astronomische Dämmerung bleibt ab dem 28.3. Das müssen wir beim nächsten Mal unbedingt berücksichtigen.
